Grußwort der Präsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden e.V.

FRAU DR. GUNDI MINDERMANN

zur 90. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V.


Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

„Kieferorthopädie auf den Punkt gebracht.“ Treffender könnte das Motto unserer diesjährigen wissenschaftlichen Jahrestagung nicht sein. Das vergangene Jahr war geprägt durch die intensive Diskussion um Evidenz in der Zahnmedizin, vor allem aber auch in der Kieferorthopädie. Zu früh, zu teuer und nicht wirkungsvoll genug waren die vielfach erhobenen Vorwürfe – auch und vor allem aus den eigenen Reihen. Dies ist umso unverständlicher, als z.B. gerade im Bereich der Frühbehandlung der präventive Aspekt der kieferorthopädischen Behandlung unbestritten ist.

Vor diesem Hintergrund der öffentlichen Diskussion sind die Schwerpunktthemen dieses Kongresses von besonderem Interesse, sicher nicht nur für die Fachkolleginnen und Fachkollegen, sondern auch für die Öffentlichkeit. Spezifische Therapie: Wann und Wie? Dieses Thema befasst sich aktueller denn je mit dem Zeitpunkt der Behandlung. Das Thema Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der kieferorthopädischen Therapie ist vor allem unter dem Aspekt der Aufklärung im Rahmen des Patientenrechtegesetzes von grundlegender Bedeutung. Und dies sind nur zwei der Themen des diesjährigen Kongresses. Diese beiden Themen zeigen aber auch beispielhaft, wie intensiv die Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Faches und den Neuerungen auf allen Teilgebieten der kieferorthopädischen Therapie erforderlich ist.

Der überwiegende Teil der Mitglieder der DGKFO sind Vertragszahnärzte und -ärztinnen und damit auch eingebunden in die gesetzlichen Regelungen und Pflichten der vertragszahnärztlichen Behandlung. Für diese Kolleginnen und Kollegen hat die Mitarbeit der Wissenschaft in den Gesprächen mit der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung zur Definition der Regelleistung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Behandlung einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Freiheit der Behandlungsmöglichkeiten geliefert. Für unsere jungen Kolleginnen und Kollegen ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Freiheit in der Gestaltung der Therapie und der Behandlungsmittel erhalten bleibt.

Nur durch die Unterstützung von Frau Professor Dr. Ursula Hirschfelder und Frau Professor Dr. Bärbel Kahl-Nieke ist dies gelungen. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank für über zwei Jahre intensiver Zusammenarbeit mit dem BDK bei der KZBV zu diesem Thema. Berufspolitik und Wissenschaft haben hier wieder gemeinsam für die Kolleginnen und Kollegen gearbeitet und erfolgreich die Interessen des Faches vertreten. Diese intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit wünsche ich mir von ganzem Herzen auch für die Zukunft und die neuen Vorstände der beteiligten Organisationen.

Denn Kieferorthopädie steht, das haben wir erlebt, immer wieder im Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Hier brauchen wir vom Berufsverband auch künftig die Unterstützung der Wissenschaft. Um Angriffen auf die Basis unserer Arbeit weiter so fundiert und letzten Endes erfolgreich begegnen zu können, bedarf es der wissenschaftlichen Argumente, und für diese Argumente bedarf es der wissenschaftlichen Arbeit und der Weitergabe der Erkenntnisse an die Praxen wie bei diesem – im Vergleich zu manchen anderen zahnärztlichen Gebieten jedes Jahr erneut hoch eindrucksvoll besuchtem – Kongress mit attraktiven und auch fachpolitisch wichtigen Themen.

Mein herzlicher Dank für die Organisation der Jahrestagung gilt dem Tagungspräsidenten Professor Dr. Andreas Jäger und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Organisationsteams.

Genießen Sie die Tage in Bonn und Umgebung, freuen sich auf interessante und spannende Vorträge und natürlich auf zahlreiche nette Gespräche im Kollegenkreis.

Mit freundlichen Grüßen,


Ihre
Dr. Gundi Mindermann
- Vorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Kieferorthopäden e.V. -

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